Auffangen, wenn es sonst niemand tut

Wendepunkt, SkF und Kinderschutzbund erhalten 7750 Euro und Sachspenden

Stefanie Weißmüller und Annette Stellen vom Wendepunkt (links) nehmen den Scheck mit Frau Dr. Brigitte Wenzel-Wortmann von Sabrina Hebach (Mitte) und Dr. Jörg Ruppert von Orgentec & Friends entgegen.

Stefanie Weißmüller und Annette Stellen vom Wendepunkt (links) nehmen den Scheck mit Frau Dr. Brigitte Wenzel-Wortmann von Sabrina Hebach (Mitte) und Dr. Jörg Ruppert von Orgentec & Friends entgegen.

 

Drei Mainzer Einrichtungen machen die Arbeit, die nötig ist – und benötigen dabei selbst Unterstützung.  Solche, die nur von außen kommen kann, weil es dabei oft schlicht ums liebe Geld geht. Geld, das weder in der Stadtkasse oder im Topf der Träger einfach so herumliegt.

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Kathrin Thiery (links), Geschäftsführer Uwe Hinze (Mitte) und Annette Diehl (3.v.r) sowie die Betreuerinnen des Kinderschutzbunds mit Friederike Hammar (2.v.l.) und Brigitte Santangelo (Mitte) von ORGENTEC & Friends.

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Der Wendepunkt in der Mainzer Neustadt, Nahestraße 7

Durch den persönlichen Kontakt mit den Verantwortlichen wissen wir mittlerweile, wo es am dringendsten hakt, wo wir  Arbeit abnehmen können, damit die Kernaufgaben wieder im Fokus stehen und nicht die Verwaltungsarbeit. Wir versuchen so, Knotenpunkte im regionalen sozialen Netzwerk durch unser Programm „Mainzer Projekthilfe“ zu stärken – thematisch unser zweites Standbein neben der Agenda „Alle Kinder essen mit“. Dazu gehört auch, dass wir über die Arbeit der Menschen aufklären und auf Bedürfnisse aufmerksam machen, die nicht von öffentlicher Hand erfüllt werden (können):

Der „Wendepunkt“ der Mission Leben e.V. in der Neustadt bietet Wohnraum und Lebenshilfe für Frauen, die sich in einer Krisensituation befinden und hilft mit Unterkunft, Verpflegung und der Regelung bürokratischer Vorgänge. Neben gemeinschaftlichen Koch- und Waschmöglichkeiten bietet der Wendepunkt Übergangswohnungen für alleinstehende Frauen, auch für Frauen mit ihren Kindern. Helga Oepen ist als Leiterin dabei so etwas wie die „Ziehmutter“ und emotionale Stütze der meist jüngeren Frauen.
„Wir bringen den Frauen, insbesondere wenn sie Kinder haben, die notwendigen Handgriffe bei und begleiten sie in ein selbständiges Leben.“ Das kann wenige Monate, aber auch Jahre dauern.
Von behördlicher Seite wird der Übergang in ein eigenverantwortliches Leben zwar mit festgelegten Tagessätzen bezahlt, doch sind Ausgaben darüber hinaus nicht im Budget enthalten. Das betrifft Brillen, Anti-Baby-Pillen, Fahrkarten genauso wie die nun per Spende über 4000 Euro finanzierten Waschmöglichkeiten und Unterstellmöglichkeiten für Kinderwagen.
„Die Waschmaschinen laufen hier Tag und Nacht. Insbesondere wegen der Kinder“, so Helga Oepen. Gerade erst vor kurzem seien die Gewerbemaschinen nun kaputt gegangen.

Scheckübergabe SkF

Christopher Lüning von ORGENTEC & Friends übergibt den 3000 Euro-Scheck an SkF-Vorsitzende Gabriele Hufen und Projektleiterin Martina Hoche-Schüler.

Am Römerwall im „Hildegardhaus“ kennt man diese Probleme. Die zentrale Anlaufstelle für Schwangere oder von Gewalt betroffene Frauen unter Trägerschaft des „Sozialdienst katholischer Frauen“ (SkF) ist neben den Angeboten für Familien, für Kleiderkammer sowie Lern- und Spielstube für das Mainzer Frauenhaus zuständig. Dies alles ohne Spenden zu betreiben ist unmöglich. Das SkF ist daher bereits in mehreren unserer Projekte vertreten gewesen und wird es aufgrund der großen Tätigkeitsbandbreite auch weiter sein.
Beim Treffen bezüglich der Spende kamen wir mit Gabriele Hufen ins Gespräch. Die Vorsitzende des SkF wurde erst im November 2014 mit dem Bundesverdienstkreuz für den Schutz von Frauen und deren Kindern und für Ihr Engagement gegen häusliche Gewalt ausgezeichnet. Insbesondere für Gründung und Betreuung der Mainzer Notunterkunft für weibliche Gewaltopfer. Davor hatte sie bereits in Regensburg ähnliche Pioniererfahrung gesammelt.
„Aus meiner Erfahrung heraus warten die Frauen allerdings oft viel zu lange, bis sie sich an eine Interventionsstelle wenden“, beschreibt Frau Hufen das Problem im Angebot an die betroffenen Frauen.
Druck und Verfolgung bis hin zu Gefahr für Leib und Leben machen es dabei nötig, dass die Orte der Wohnungen geheim gehalten werden.

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Transport der Möbel zum SkF

Zur Einrichtung dieser Wohnungen wurden nun neuwertige Möbel, von Wickelkommode über Couchsessel bis hin zu Küchenschränken, von den Mitgliedern von ORGENTEC & friends gesammelt und zum SkF gebracht, während dem Bereich „Schwangerenberatung“ mit 3000 Euro geholfen wurde.

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Auch die Kleiderkammer gehört zum Angebot

Zwei Familien, die in finanzielle Not geraten waren, konnte so eine Erstaustattung für die Neugeborenen ermöglicht werden.

Kulturenmix in der Mainzer Neustadt

Der Kinderschutzbund mit seinen Einrichtungen „Blauer Elefant“ und „El KiKo“ steht für die Mainzer Neustadt. Bunt und mit Kindergeplapper in 22 Sprachen bieten die Einrichtungen eine Vielzahl kultureller Bereicherungen auch im Bereich Kochprojekte und Austausch der Familien untereinander.

Dass es dabei auch zu schmutziger Wäsche im eigentlich Sinne kommt, versteht sich von selbst.

Aus diesem Grund sind wir froh, mit einer Gewerbewaschmaschine und einem Trockner im Wert von insgesamt 1750 Euro Grundlagen für weitere Schlammschlachten geliefert zu haben.

 

Die Einrichtungen finden sich im Internet unter:

www.kinderschutzbundmainz.de/

www.skfmainz.de/

www.mission-leben.de/unsere-einrichtungen/wohnungslose-menschen/einrichtungen1/evangelische-wohnungslosenhilfe-mainz/wendepunktmainz.html