Spieltag 12: 1. FSV Mainz 05 – SG Eintracht Frankfurt 1:0 (0:0), 9.Tabellenplatz

„Doppelter Dreier“ in wichtigem Spiel gegen den Abstieg – Mainz hält Heimserie gegen Frankfurt

In rassigem und unterhaltsamem Duell reicht Frankfurt Luft nicht bis zum Schluss und lässt Mainz aufatmen.

Der FSV gewinnt die Partie durch ein Tor in der 88. Minute von Choupo-Moting und steigt wieder in der Tabelle auf den 9. Platz. Unterdessen feierte der Mainzer Nachwuchstorhüter Loris Karius vor 34000 Zuschauern sein Debüt und rettete den Dreier mit einigen sehenswerten Paraden.

Vor der Partie und nach dem 1:2 von Augsburg hatte Trainer Tuchel dreimal wechseln müssen: Karius wie erwartet im Tor anstelle von Heinz Müller, während Malli und der wiedergenesene Zimling (nach Hüftprellung) in der Startelf anstelle von Svensson und Junior Diaz (beide Bank) standen.

Der Mainzer Coach nahm damit auch Abstand von seinem Experiment “Fünferkette”, das in Augsburg nicht funktioniert hatte, und setzte hinten wieder auf die gewohnte Viererkette.

Es war eine richtungsweisende Partie für beide Clubs, die in dieser Spielzeit bisher hinter ihren Erwartungen zurückgeblieben waren. Die Mainzer gingen nach nur einem Sieg in den vergangenen acht Spielen demnach mit Selbstzweifeln in die Begegnung. Auch bei der Eintracht war die Verunsicherung deutlich zu spüren. Durchhalteparolen machten die Runde, die Club-Verantwortlichen sprachen sogar von Abstiegskampf.

Für die SGE war es das siebte Spiel in Folge ohne Sieg, drei Tage nach der blamablen Europa-League-Pleite gegen Tel Aviv – in Frankfurt lässt sich der Abstiegskampf nicht mehr leugnen.

“Natürlich sind wir drin”, bestätigte SGE-Coach Armin Veh.  Die Eintracht hat nur noch zwei Zähler Vorsprung auf den Relegationsplatz und drei Punkte Abstand auf das Tabellenende.

Im Spiel dauerte es nicht lange, bis man den Siegeswillen beider Teams deutlich erkennen konnte. Mit unterschiedlichen Erfolgsrezepten brauchten die Mannschaften nicht lange, um auf Touren zu kommen.

So setzten die Mainzer auf eine kompakte Defensive und schnelles Umschaltspiel, während die Frankfurter mehr über Ballbesitz kamen und vor allem nach ruhenden Bällen enorm gefährlich wurden.

Bis zur 35. Minute war die SGE klar feldüberlegen. Frankfurt hatte deutlich mehr Ballbesitz und strahlte vor allem in Standardsituationen enorme Gefahr aus. Mainz war aber auch nicht chancenlos, kam über Konter immer wieder gefährlich vor Eintracht-Torhüter Kevin Trapp auf. Letztlich ging es torlos in die Kabinen, was die Frankfurtern dann doch nervös werden ließ – immerhin hatten sie als Gastmannschaft aus 70 Prozent Ballbesitz und 57 Prozent gewonnener Zweikämpfe kein Kapital schlagen können. Ein gutes 0:0 bis dahin für die Zuschauer.

Nach der Pause begannen die Mainzer, das Spiel an sich zu reißen, wurden aktiver und waren drauf und dran, die Kontrolle über die Partie zu übernehmen. Zumeist forcierte der FSV das Flügelspiel und riss so auch immer wieder Lücken in der SGE-Defensive. Weitere Chancen ließen folglich auch nicht lange auf sich warten, doch Malli (56.), Soto (71.) und Polter (72.) hatten weiterhin kein Abschlussglück.

Zehn Minuten lautete die Schussbilanz bereits 15 zu 12 zugunsten der Mainzer. An der Anzeigewand stand dennoch weiterhin ein 0:0. Jedoch machte sich bei Frankfurt gegen Ende der Partie der Kräfteverschleiß aufgrund der Doppelbelastung aus Europa League und Bundesliga zusehends bemerkbar – die Hessen waren fortan nur noch darauf bedacht, das Remis zu halten. Dieses Vorhaben scheiterte, weil Pospech in der 88. Minute auf der rechten Außenbahn entwischte und anschließend auf den eingewechselten Choupo-Moting flankte. Der Mainzer Stürmer köpfte auf Höhe des linken Torpfostens zum vielumjubelten 1:0-Siegtreffer ein.

“Es war für die Mannschaft einfach wichtig, dieses Spiel gegen Frankfurt zu gewinnen. Das wird insgesamt die Stimmung wieder verbessern”, sagte 05-Manager Christian Heidel nach der Partie. Er gab zu, sich eigentlich schon mit dem Unentschieden abgefunden zu haben.