Leuchtturmprojekt an Windmühlenschule geht weiter

Schüler bekommen Lernunterstützung, Lehrern werden nicht alleine gelassen

Kinder in unserer Umgebung sollten nicht hungern müssen. Insbesondere nicht, wenn sie die Energie fürs Lernen und ihre eigene Zukunft in unserer Gesellschaft benötigen. Dies ist unser Kernanliegen und zentraler Gedanke seit der Gründung unseres Vereins, der bei unserem Spendenturnier am 02. September auf dem Mainzer Golfplatz wie in jedem Jahr erneuert wird.

Thilo Stallmeier (links), und Christopher Lüning (rechts) von ORGENTEC & Friends überreichen die Schecks an Katharina Blasey vom Förderverein und Schulleiter Malte Daum (beide in der Mitte)

Für das neue Schuljahr an der Windmühlenschule in Mainz gibt es daher wieder eine Spende über 4000 Euro zur Finanzierung des Mittagessens und auch 1000 Euro für eine Grundversorgung aller Schüler beim Frühstück.

Die Ganztagsförderschule in der Nähe der Berliner Siedlung kommt dabei bereits zum dritten Mal zu einer Unterstützung von unserer Seite. Grund ist neben dem guten Kontakt zur engagierten Lehrerschaft und Schulleitung, dass das konkrete Problem der Unterfinanzierung des Essens über die Jahre zwar leicht gebessert wurde, es aber weiterhin besteht und auch strukturell nicht gelöst werden kann.

Schulleiter Malte Daum erklärt uns: “Es war ein Fehler der Politik, den Ganztagsunterricht in Rheinland-Pfalz nicht an ein verpflichtendes Mittagessen für alle Schüler zu binden. Viele Schüler kommen ohne Essen in die Schule, ihre Eltern bezahlen aber das Schulmittagessen nicht oder melden die Kinder gar nicht erst an.” Bei den Leistungsbeziehern, die durch das Bildung- und Teilhabegesetz ohnehin nur einen geringeren Teil der Kosten tragen müssen, wäre es auch einfacher, den Essenbeitrag einzubehalten, anstatt die zum Teil nur fremdsprachlichen Eltern in einen Formularkampf zu drängen, so Daum weiter.

Nachdem in den Vorjahren durch säumige Zahler bis zu 40 Kinder ohne Essen bleiben sollten, wurde das monatliche Zahlsystem und der Caterer ein wenig geändert. Zuerst wurde auf ein Lastschriftverfahren umgestellt. In Zukunft wird dann die GPE an der benachbarten Anna-Seghers-Schule kochen und an die Windmühlenschule liefern. Was Malte Daum ein wenig mehr Flexibilität ermöglicht, wenn Portionen nicht zu genau abgemessen sind und man einige mehr ausgeben kann. Bislang bemühten sich die Lehrer durch solche “Tricks”, einen Teil der Kinder mitessen zu lassen und spendeten sogar selbst über den Förderverein der Windmühlenschule. Manche Lehrer wissen auch schlicht, welche Kinder noch nicht mal einen Joghurt von zu Hause mitbekommen und bringen ihnen fürs Frühstück selbst etwas mit.
Bei aller Unterstützung und persönlichem, privatem Engagement der Lehrer ging es nie darum, die Eltern aus der Verantwortung zu lassen. Die Kinder dürfen die Hilfe daher nicht aus Automatismus verstehen, sondern ihre Eltern – sofern möglich – mit den Konsequenzen fehlender Fürsorge konfrontieren. Daher muss es möglich bleiben, Kinder auch vom Essen auszuschließen, auch der Gerechtigkeit den anderen gegenüber willen.

Die Idee für die “Grundversorgung” war nun, dass man mit einem Angebot an Obst beim Frühstück zumindest den gröbsten Hunger bekämpfen kann, alle Kinder gleichermaßen fördert und dies unabhängig von der Situation beim Mittagessen. Ohnehin gibt es bereits einen Tag in der Woche, an dem exotisches Obst in der Schule verteilt wird- gefördert vom Land. Manche der Schüler kennen die Obstsorten auch nur aus diesem Zusammenhang.

An anderen Mainzer Schulen gibt es ähnliche Fälle, jedoch kann die Windmühlenschule hier als anschaulichstes Beispiel für ein weitgehend wenig behandeltes Problem dienen. Dabei geht es um gesellschaftliche Entwicklung und die Zukunft von uns allen.