Spende bringt Schüler zurück an den Mittagstisch

Öffentliche Diskussion um Mainzer Schulessen

Unbenannt-6Ein vorweihnachtliches Geschenk in Höhe von 4.000 Euro erhielten die Schüler der Windmühlenschule im Rahmen der jährlichen Schülervollversammlung.

Bei Schülerrap und Bandauftritt in der Sporthalle der Schule nahm Malte Daum, Leiter der Einrichtung, den Scheck dankend entgegen.
In diesem Jahr war die neuerliche Spende von ORGENTEC & Friends an den Förderverein nicht nur äußerst willkommen, sondern auch nötig, um größere Außenstände bei dem Lieferanten des Mittagsessens ausgleichen zu können.

Ein Wechsel des Caterers, ein anderes Abrechnungssystem und schließlich ausbleibende monatliche Zahlungen der Eltern sorgten dabei für einen erhöhten Arbeitsaufwand für Malte Daum und seine Mitarbeiter, die mehr als 30% der Ausgaben nicht gedeckt sahen.
Fehlende Lese- und Deutsch-Kenntnisse beim Ausfüllen der nötigen Formulare, aber auch Unwillen seitens der Eltern nennen die Pädagogen als Gründe und müssen einen Großteil ihrer Arbeit auf Hilfestellungen und Erinnerungen in diesem Bereich aufwenden.
Eine Arbeit, die sie über ihre eigentlichen Aufgaben hinaus wahrnehmen und auch privat über den Förderverein unterstützen. Andere Schulen wie die IGS Anna Seghers haben dafür eigens abgestellte Lehrkräfte, die den Mehraufwand bei der Mensabetreuung bezahlt bekommen, nicht jedoch die Windmühlenschule.

Man musste nicht nur zwischen dem Caterer, der Stadt und den Eltern vermitteln – im Interesse der Schüler und deren Lernfähigkeit wollten die Pädagogen natürlich auch Lösungen finden, damit die Schüler nicht dauerhaft vom Essen ausgeschlossen werden mussten.
Das Ganztagsschulangebot ist seit einigen Jahren in Rheinland-Pfalz gefördert, das Essen dabei jedoch nicht verpflichtend geregelt – was Malte Daum kritisch sieht und eine der Ursachen des Problems sein könnte.

Dass Kinder aufgrund eines komplizierten Abrechnungssystems und Fehler ihrer Eltern ohne Essen bleiben ist ein Missstand, der über Zeitungsberichte in der Folge öffentlich für Empörung sorgte, und auch weiterhin in der Diskussion steht.
Dass die Kinder, die am Ende der Kette standen und dies ausbaden müssen, nicht schuld sein können an den Versäumnissen anderer, ist allen Beteiligten dabei klar. Ob sich eine Lösung findet, wird sich spätestens im nächsten Jahr zeigen.

Zeitungsberichte über die Windmühlenschule und ORGENTEC & Friends: