AZ-Leser helfen dem Thaddäusheim

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Allgemeine Zeitung, Seite 7, “Die große Spendenaktion”, 10. Januar 2015

Die Spendenaktion der Allgemeinen Zeitung Mainz zugunsten des “Thaddäusheim für Wohnungslose” in der Mainzer Oberstadt wurde in diesem Jahr bislang äußerst gut angenommen, die Gesamtsumme für alle Projekte liegt bereits bei über 200.000 Euro mit der Mainzer Notunterkunft als Leuchtturm.
Wie in jedem Jahr in der Vorweihnachtszeit wurde ein soziales Projekt innerhalb jeder Verbreitungsregion ausgesucht, für das Leser und Unterstützer bis Ende Januar spenden können, wie uns der zuständige Redakteur der AZ Michael Bermeitinger beim Treffen vor Ort mitteilte.

Aufgrund der Aktion und in Kenntnis der wichtigen Arbeit der dortigen Verantwortlichen, unterstützen ORGENTEC & Friends auch in diesem Jahr 50 Notübernachtungen mit einer Spende von 2050 Euro, da wir der Auffassung sind, dass unsere starke Gesellschaft es sich leisten können sollte, auch die Schwachen bedingungslos zu unterstützen. Im Interesse des gesellschaftlichen Zusammenhalts sind weitere Spenden äußerst willkommen.

Wie andere soziale Einrichtungen in Mainz, die sich mit gesellschaftlichen Extremen auseinandersetzen müssen, wendet die Leitung der Einrichtung einen Großteil ihrer Arbeit auf das Einwerben von Spenden auf. Die Problematik der Antragstellung für die Schutzsuchenden beinhaltet, dass diese sich über einen langen Zeitraum hinziehen kann und in dem das Thaddäusheim einen finanziellen Puffer benötigt.

Zwar werden Personen ohne Wohnsitz mit der Bedingung aufgenommen, Leistungen bei der Stadt zu beantragen und sich um die Finanzierung ihres Aufenthalts zu kümmern. In der Realität ist dies allerdings ein Aufwand, der von einem Teil der Wohnungslosen nicht geleistet wird. Sie verlassen die Einrichtung nach ein paar Tagen wieder, weil sie den schmerzliche Auseinandersetzung mit dem eigenen Lebenslauf scheuen und man bleibt auf den Kosten sitzen. Gleiches gilt natürlich für Osteuropäer, die ohnehin keine Ansprüche auf ALGII haben. (Die Stadt Mainz hat für solche Fälle seit einigen Monaten 2 Plätze zu einem reduzierten Satz übernommen).

Bestandteil des Satzes, den die Stadt Mainz bei erfolgreicher Antragstellung bezahlt, ist, dass Sozialarbeiter den betroffenen Personen bei der Antragstellung helfen. Ebenso ist eine medizinische Grundlagenversorgung vorhanden (in Person einer katholischen Schwester).

Dieser Satz wird aber nur ausbezahlt, wenn eben alle Unterlagen eingereicht werden (was bei Wohnungslosen schwierig ist und diese auch aus oftmals denselben Gründen überhaupt auf der Straße sitzen) und deckt schon seit langem nicht mehr die tatsächlichen Kosten.

Im Jahre 2006 wurde der Satz um 8 Euro auf nun 41 Euro gekürzt und keine Inflationsanpassung seitdem vorgenommen.
Die Alternative, Personen in abzuweisen, wie es in anderen Städten praktiziert wird, wird in Mainz glücklicherweise abgelehnt. Dem Einrichtungsleiter bleibt allerdings nichts anderes übrig, als Briefe an Unternehmen und Haushalte zu verschicken und auf Spenden zu hoffen.

Dank der Leser-Spenden der Allgemeinen Zeitung darf sich der Einrichtungsleiter in diesem Jahr über eine breite Anteilnahme freuen und sieht sich gesellschaftlich unterstützt.

Artikel über die Arbeit der Einrichtung und die Mühen, die das Einwerben von Spenden nötig machen, finden sich hier in der Übersicht, ebenso die Kontonummer:
http://www.allgemeine-zeitung.de/special/leser-helfen/mainz/index.htm